2017 geh nach Hause du bist betrunken!

31.12.2017

Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu, auch Ich möchte noch einmal diese Jahr Revue passieren lasse.

2016 endete schon nicht schön, meine Mutter hatte zwei Schlaganfälle, die zum Glück gut ausgingen.

Einige Wochen später, direkt nach Weihnachten kam sie ins Krankenhaus und wurde an der Halsschlagader operiert, da sich dort ein ca. 4cm größer Pfropfen gebildet hat, der auch für die Schlaganfälle verantwortlich war. Die Operation trug wie jede Operation gewisse Risiken mit sich.

Es verlief zum Glück alles gut. Silvester also den Jahreswechsel verbrachte sie im Krankenhaus.

Genau heute vor einem Jahr, ein Tag nach ihrer OP habe ich sie besucht und mir den Pfropfen angesehen, Wahnsinn, wenn der gewandert wäre… ich möchte mir das gar nicht vorstellen.

Jetzt kann ich beruhigt sagen das es ihr ein Jahr später gut geht, sie geht halbjährlich zur Kontrolle und es ist alles bestens. ❤

Das Jahr begann mit schmerzen, Ängsten, tränen, Ungewissheit und unzähligen Arzt besuchen.

Im Februar musste ich zur ersten Magen-/Darmspiegelung anrücken.

Ich hatte so wahnsinnige Angst, vor allem vor dem Ergebnis der Spiegelung.

Diagnose COLITIS ULCEROSA.

Es traf mich wie ein Faustschlag mitten ins Gesicht.

Viele Medikamente wurden an mir ausprobiert, Cortison formte meinen Körper nach seiner Lust und Laune, doch es half nicht gegen die Entzündung in meinem Darm.

Mir wurde dieses Jahr so viel Rektal eingeführt, mittlerweile ist es Gewohnheit für mich auch das befummeln von fremden Leuten musste ich über mich ergehen lassen.

So ist das, wenn man CED Patient ist.

Mitte des Jahres gab es einen kleinen funkten Hoffnung.

Da kein Medikament angeschlagen hat, meinte mein Arzt das es vermutlich doch keine Colitis Ulcerosa ist, vermutlich war es doch nur eine normale Entzündung bzw vielleicht vertrage ich gewisse Nahrungsmittel nicht. Nach dem ich meinem Arzt ziemlich auf die Pelle gerückt bin hat er sich schlussendlich für eine weitere Darmspiegelung entschieden.

Zwischen der ersten und der zweiten lagen knapp 4 Monate.

Diesmal war er sich allerdings sehr sicher das es doch eine chronische Erkrankung ist.

Das erschreckende dabei war, dass mein Darm sich weiter entzündet hatte, trotz Cortison war die Entzündung vom Enddarm hoch gewandert und hat sie linke Seite des Dickdarms eingenommen.

Dann fingen wir immer Sommer endlich mit einem neuen Medikament an.

Inflectra/Infliximab/Remicade.

Von der ersten Infusion an ging es mir besser. Die schleimigen/blutigen Ausscheidungen waren weg.

Kaum ein gesunder Mensch kann sich vorstellen wie es ist nicht mehr Pupsen zu können weil’s sonst in die Hose geht, oder man nachts nicht schlafen kann, weil sobald man sich umgedreht hat wieder die Flüssigkeit raus wollte.

Manche Nächte habe ich deswegen auch der Toilette verbracht.

Für mich war 2017 kein gutes Jahr.

Es gab so viele dunkle Tage, so viele Niederschläge, ich musste kämpfen obwohl mir dafür die Kraft fehlte.

Ihr war im Einzelhandel bei LUSH angestellt, ich mochte meinen Job doch meine Erkrankung ließ mich nicht mehr arbeiten.

Eine Krankmeldung nach der anderen folgte.

August 2017 endete mein Vertrag dort, an eine Übernahme war nicht zu denken.

Die Monate davor erhielt ich Krankengeld, dies reichte vorne und hinten nicht.

Seit August bin ich nun Arbeitslos gemeldet, es nagt extrem am selbstbewusste sein, ich befinde mich so Tief am Boden wie schon lange nicht mehr.

Als ich August 2016 den Job bei LUSH bekam wollte ich mich körperlich und geistig auf den Einstellungstest bei der Polizei in Bayern vorbereiten.

Aber mir ging es zu schlecht. Schmerzen, Fieber, langanhaltende Durchfälle etc ließen mich ausbluten.

Ich aß nichts mehr und nahm immer mehr ab.

Dann zog es mich immer weiter runter.

Anfang des Jahres war es dann mit dem Traumberuf vorbei.

All die Jahre hatte ich nur ein Ziel, einen Wunsch, einen Traum und der zerplatzte innerhalb weniger Sekunden.

Chronisch Kranke nimmt die Polizei leider nicht.

Seitdem hänge ich in der Luft, ich weiß nicht wie es weitergehen soll.

Ich isolierte mich in meiner Wohnung, das Thema Zukunft ist ein schwieriges Thema.

Mach dir mal mit 24 Jahren Gedanken darüber was dich sonst noch so interessiert, welchen weg du noch gehen könntest. Zusammen mit einem vollgepackten Rucksack voller Ängste die sich immer mehr in mein Leben schleichen.

Ich mache zurzeit mehr Rückschritte als Fortschritte.

Auch für meine Beziehung war es nicht immer einfach, bzw es ist nicht einfach.

Hab mal einen Partner der krank ist und du kannst ihm nicht helfen, einen Partner der nichts auf die Reihe bekommt, einen Partner der dir nur auf der Tasche liegt, der einem immer wieder neue Hoffnung macht und dann den Schwanz einzieht.

Wenn ich hier so sitze, mit Musik auf den Ohren und schaue aus dem Fenster und überlege mir wie dieses Jahr war, dann fällt mir nur ein Wort ein: SCHEISSE!

Meine momentane Stimmung ist gereizt-depressiv. Ich möchte alles und jeden an meckern.

Ich bin so froh, wenn 2017 vorbei ist, aber mal ganz ehrlich… wieso sollte 2018 so viel anders sein? Das einzige was sich ändern wird, ist dass es wieder von vorne losgeht. Frühling, Sommer, Herbst, Winter… Happy 2019! Alle Jahre wieder derselbe Mist.

2016 sah’s ich auch da uns sagte mir: Marie, 2017 wird besser! Tja, was war? – Scheiße war’s 😀

Ich mache mir eigentlich nichts aus Vorsätzen aber für 2018 nehme ich mir vor mich mehr zu trauen, nicht immer an mir zu zweifeln, nicht jedem gefallen zu wollen und mehr ich selbst zu sein.

Und ich möchte bitte weniger CED in meinem Leben, von morgens bis abends immer wieder das selbe Thema, da ist es doch kein Wunder, wenn man irgendwann nicht mehr richtig Tickt.

2018, ich wünsche mir von dir mehr Goldmarie als Pechmarie.

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Schicksal? Bist du es?

Balouli

Im Leben passiert alles aus einem bestimmten Grund.

Wir gehen einen anderen weg als gewohnt, aus irgendeinem bestimmten grund und entdecken Gebäude, Pflanzen, Läden die wir sonst, ohne diesen Grund nicht entdeckt hätten. Sei es ein Haus das schön beleuchtet ist oder ein kleines Café in das wir vielleicht nicht gegangen wären.

Alles was wir im Leben tun oder auch nicht tun ist unsere eigene Entscheidung, nur wir müssen mit der Entscheidung – der neuen Situation umgehen können.

Wir müssen uns auf neue Wege einlassen, mancher weg ist Steinig doch nur wir haben es in der Hand uns das richtige paar Schuhe an die Füße zu schüren um diesen weg zu Meistern.

Anderen Urteilen über uns, weil sie manches nicht verstehen können – wir fühlen uns dadurch oft angegriffen aber das müssen wir eigentlich gar nicht.

ES IST DEIN LEBEN. DEIN WEG.

Manche belächeln mich, wenn ich sage, dass ich versuche das zu machen, was mich glücklich macht.

Aber ist es denn so wichtig immer nach Erfolg zu suchen, immer irgendetwas zu machen, hauptsache man macht irgendwas? – Es ist wichtiger, dass DU glücklich bist!

Wenn dir dein Leben gefällt, wenn du das tust was dich zufrieden stellt, dann ist das tausendmal mehr wert als das, was du hättest haben können.

Ich habe so oft Entscheidungen im Leben getroffen die für andere nicht verständlich waren, manche Entscheidungen bereue ich bis heute und trotzdem weiß ich, dass nach jeder schmerzhaften Entscheidung immer wieder etwas Positives auf mich gewartet hat.

Ich bin ein Mensch der immer einen Dickkopf hat, wenn ich etwas nicht für richtig halte dann mach ich das auch nicht. An mir sind schon so viele Menschen gescheitert, sei es mit lauten oder sanften Worten.

Mein Bauchgefühl und ich arbeiten eng zusammen, ich höre auf seine Töne und versuche sie zu deuten. Mein Bauchgefühl lügt meistens nicht.. das haben mir viele Situationen/Entscheidungen bewiesen.

Viele Tränen sind geflossen, viele laute Worte flogen durch den Raum – meistens wegen der Verständnislosigkeit der Menschen.

Aber dem ist nun mal so, am Ende Zählt, dass man selbst glücklich ist und morgens mit einem lächeln im Gesicht aufwacht und sich auf den Tag freut. Natürlich wird das nicht immer so sein, schließlich gehören auch verregnete Montage oder ein ordentlicher Mittelfinger-Mittwoch zu einem normalen Leben.

Also denkt bitte immer daran, nach Regen kommt Sonne und egal welchen weg ihr geht – oder auch nicht geht, es ist eure Entscheidung, bleibt immer auf dem Pfad denn es ist EUER LEBEN! ❤

Ich glaube, ich befinde mich jetzt auf dem richtigen Weg…

Ich wünsch euch eine besinnliche Vorweihnachtszeit =)

 

 

 

und dann wurde sie krank….

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Bild Quelle Google

 

Guten Tag, hier ist die Melly, Maries co-Aufreger in spee.

Ich lernte Marie über die Arbeit kennen. Zuerst war sie einfach eine Kollegin, die mir die Schichten eine ganze Kante schöner und leichter gemacht hat, dann wurde sie zu meiner Freundin.

Als ich Marie kennen lernte, war sie schon krank, aber das wusste natürlich keiner. Auch sie nicht. Als es auf das Weihnachtsgeschäft zuging, ging es Marie immer schlechter. Immer öfter kam sie nicht zur Arbeit und wenn sie da war, sah sie nicht gut aus. Blass, müde und dünn. Ich bekam mit, das Marie in ihren Pausen nichts aß. Auf meine frage wie es ihr den ginge, bekam ich oft eher ausweichende Antworten wie: „Ach ich hab nur ein bisschen Bauchschmerzen.“ Auf meine Frage warum sie nichts aß antwortete sie mir: „Ich habe einfach keinen Hunger.“

Da ich aber von Natur aus ein nerviger Mensch bin, hörte ich nicht auf zu fragen. Irgendwann hatte ich es erfolgreich aus ihr herausgequetscht:  dass sie oft nicht nur Bachschmerzen, sondern auch Durchfall hätte. Für diese ehrliche Antwort, die noch detail-frei war, bekam ich auch direkt erstmal eine Entschuldigung. Als ob wir alle keine Verdauung hätten. Kacken ist ausschliesslich Männern vorbehalten und Durchfall ist ein mythos.

Ich konnte es natürlich nicht lassen und habe nicht nur weiter gefragt, sondern auch meinen ungefragten altklugen Senf zu allem abgegeben. So kam auch ich an mit diversen nutzlosen, aber gut gemeinten Ideen um dem mysteriösen Durchfall Herr zu werden. Ich riet ihr zu einer Ausschlussdiät, um eine mögliche  Unverträglichkeit zu entdecken. (Ich hatte auf diese art und weise meine Lactoseintoleranz gefunden).

Ich weiss nicht wann sie es mir sagte, aber irgendwann erzählte sie mir, dass sie quasi packungsweise Durchfallmittel nahm um den Arbeitstag irgendwie zu überstehen. Und auch bei einer 8 stunden schicht nichts aß um einer möglichen Apokalypse in ihrem Verdauungstrakt zu entgehen.

Nur blöd das ihrem Darm das ziemlich egal war ob sie gegessen hatte oder nicht.

Irgendwann erzählte Marie mir von all ihren unschönen Symptomen, gemischt mit ganz vielen Entschuldigungen. Das stimmte mich traurig und wütend zugleich.

Es machte mich traurig, dass sie befürchtete mich in irgendeiner art und weise anzuekeln und damit zu vergraulen ( Sorry marie, aber da muss noch mehr passieren) und es machte mich so unglaublich wütend das wir in einer Welt leben, in der etwas so simples wie die Verdauung und Probleme mit dieser, derart stigmatisiert werden, das du dir mehrmals überlegen musst ob du der Person vor dir sagen kannst wie es dir wirklich geht und was du eigentlich hast.

Jedenfalls bekam ich mit wie marie quasi bei ihrem artz einzog und dieser immer ratloser wurde nachdem keine seiner behandlungen Erfolg zeigte. ( Die schönste Diagnose die er wohl mal stelle war: Alles in Ihrem Kopf, machen sie sich weniger gedanken, dann renkt sich das alles schon wieder ein. Danke! Für nichts!) Schliesslich kam die Kolonoskopie und die damit verbundene Angst. Und dann die Diagnose: Colitis ulcerosa.

Als Marie mir sagte was man ihr da diagnostiziert hatte, hatte ich absolut keine Ahnung was das ist. Von Morbus Crohn hatte ich mal gehört, aber auch darüber wusste ich nur das es eine  Darmkrankheit ist. Diese beiden Begriffe hab ich überhaupt nicht in Verbindung gebracht. Ich weiss noch wie erleichtert Marie war, als sie mir sagte das sie endlich wisse was sie habe. Und dann, Stunden später, dass sie mir sagte was sie hatte.

Wie gesagt ich bin ein nerviger Mensch und gerne informiert. Also begab ich mich an meinen Rechner und wanderte durch das Internet um mich zu informieren. Und je mehr ich las, desto schwerer wurde mein Herz: chronisch, entzündlich, gesteigertes Krebsrisiko, das Risiko das die Colitis irgendwann ein Crohn wird. Die Möglichkeit, Anfang 20 einen künstlichen Darmausgang zu bekommen.

Ich habe alles gelesen, jeden Eintrag den Google mir ausspuckte: Zeitungsartikel, Blogs, Wikipedia, Fachzeitschriften. Alle gruseligen Details, ich wollte alles wissen. Aus einem simplen Grund: von mir sollte sie kein unqualifiziertes dummes Geschwätz mehr hören und ich würde mir alles anhören was sie beschäftigte. Den letzten pro-Tip den Marie von mir bekam war: kauf dir feuchtes Toilettenpapier vor deiner Darmspiegelung.

Denn das ist ein Thema über das ich mich lange, semi-künstlich und leidenschfatlich aufregen kann: Leute die keine Ahnung haben, wollen dir erzählen wie du mit X, Y und Z umzugehen hast. (Ich fürchte dazu muss ich irgendwann einen weiteren Betrag schreiben, dieser hier wird sonst endlos.)

Ich nahm mir vor, Marie nichts von meinem Internet-wissen zu sagen, nicht nur weil sie vermutlich selbst ihre Krankheit ausgiebig gegoogelt hat, sondern auch das letzte was man nach so einer Diagnose braucht ist jemand der um die Ecke kommt und sagt: „Ich hab im Internet dieses und jenes gelesen, achja pass mal auf, du könntest evtl. Krebs bekommen!“

Stattdessen machte ich mich dazu bereit mich mit Pompoms an die Seitenlinie zu stellen und Marie anzufeuern während sie sich weiterhin mit ihrer Krankheit befasst. Ihr absolut erstgemeint zu sagen, dass sie meine Telefonnummer hat und sie mich anrufen kann wenn sie nicht weiss mit wem sie reden soll. Einfach da zu sein. Wenn keiner mit ihr über Kacke reden will, dann werde ich mit ihr über Kacke reden. Und über Blut. Und über Schleim. Und über alle wiederlichen Kleiningkeiten die eine Diagnose wie Colitis Ulcerosa so mit sich bringt. Nichtnur die körperlichen Gemeinheiten, die Medikamente und Krankheit im Gepäck haben, sondern auch die seelischen.

Ich weiss das ich nicht viel tun kann, aber ich hoffe ein bisschen, dass es Hilft zu wissen, dass da jemand ist der gewillt ist zuzuhören.

Ich bin sehr froh das Marie ein Medikament gefunden hat, was bei ihr Anschlägt, auch wenn die Suche länger war als geplant und das Cortison ein absoluter reinfall war.

Ich bin froh, dass du den Mut gefunden hast mit mir über deine Krankheit zu reden und mir die möglichkeit gegeben hast deine Freundin zu sein.

„Falls irgendwo irgendjemand gerade das Drehbuch meines Lebens schreibt: Jetzt wäre der perfekte Zeitpunkt für die glückliche Wendung!“

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Nach dem Vorstellungsgespräch folgte der Hospitationstag.
Dieser Tag verlief sehr gut, ich hatte ein gutes gefühlt und war mir eigentlich Sieges sicher.
Doch einige Tage später kam der Anruf der mich erstmal von meinem Thron geschubst hat.
„Leider haben wir uns für jemand anderes entschieden.“
Ich musste während des Telefonats gegen die Tränen kämpfen die in meine Augen schossen.
Der Kloß in meinem Hals erschwerte mir das reden – ich wollte nur noch auflegen und weinen.
Der ein oder andere mag jetzt zurecht denken, dass es doch „nur“ ein Job war.
Das nehme ich auch niemandem übel, allerdings verläuft mein Leben so:
Ich kämpfe für etwas, was ich nicht erreichen kann, alles was ich anpacke funktioniert nicht.
Sowas wie gute Nachrichten kenne ich kaum, ich sehe das Leben von anderen, dort funktioniert scheinbar alles reibungslos. Und dann blicke ich auf mein Leben, es besteht aus Fallen und wieder aufstehen. Ich weiß nicht woran es liegt, vielleicht will eine höhere Macht, dass ich auf einen anderen Weg komme, vielleicht habe ich auch einfach nur Pech.
Oder ich habe jemanden mal sehr verärgert und diese Person baute sich daraufhin eine Voodoo Puppe mit der man mich Quälen kann.
Ich weiß es nicht, ich weiß nur das mir langsam die Energy ausgeht…
Nach dem Anruf musste ich mich erstmal ordentlich von innen desinfiziert und einige Tage in Selbstmitleid baden, aber jetzt bin ich wieder zurück!
Ich frage mich nicht länger wieso, weshalb, warum sie mich nicht genommen haben, es ist mir auch egal, ich gebe so schnell nicht auf und richte meinen Blick wieder nach vorne!
Irgendwann werde ich bestimmt mal Glück haben, nicht heute, vielleicht auch nicht morgen aber ich weiß ganz genau, dass irgendwo ein kleines Stückchen Glück auf mich wartet, auch wenn es nur in der Form eines leckeren Donuts ist.
Haltet die Ohren Steif ❤

Manchmal muss man vom Weg abkommen…

Was mögen Sie denn an Kindern?

„Vor allem ihr zartes Fleisch!“

Donnerstag das schlimmste Vorstellungsgespräch aller Zeiten abgeliefert, ich war mir hundert Prozentig sicher, dass ich freitags keinen Anruf bekommen werde.
Freitag 20.10.2017 gegen 10 Uhr – mein Handy klingelt.
Ich renne zum Handy auf der Anzeige steht „Anonym“.
Wie soll ich das Telefonat entgegennehmen? – mit Anonym ruft sonst nur mein Freund von der Arbeit an, vielleicht ist was passiert?
Wenn ich mich mit meinem Nachnamen melde und mein Freund dran ist macht er sich nur wieder über mich lustig, wenn es die Dame ist bei der ich das Gespräch hatte und ich mit „Hey Schatz“ dran gehe dann kommt das bei der Dame nicht so gut an. ;-P
Ich geh also ans Telefon und sag „Hallo?“ – Es war wirklich die Dame bei der ich das Vorstellungsgespräch hatte.
Hallo Frau *tüüüt* ich würde Sie gerne am Dienstag zum Probearbeiten einladen, haben sie da Zeit?
Ich hätte im Leben nicht gedacht das ich doch irgendwie überzeugend war, vielleicht lag es an meinem umwerfenden Charm oder an meinem Zahnpastalächeln aber irgendwas scheint ihnen wirklich an mir gefallen zu haben, zum Glück!
Dienstag heißt es dann Gas geben und die Leute von mir überzeugen 😊
Ich möchte den Job nämlich wirklich haben! 😊
Beworben habe ich mich übrigens über den Arbeiter-Samariter-Bund bei einer Grundschule hier in meiner Nähe, die suchen nämlich jemanden für ihre Schülerbetreuung bzw. Nachmittagsbetreuung.
Für mich war klar, dass ich nicht mehr zurück in den Einzelhandel möchte.
Nach meiner ein jährigen Ökoprostitution habe ich davon erstmal die Schnauze voll… *sorry*
Und mit Kindern kann ich eigentlich echt gut, besser als mit so manchen Erwachsenen.^^
Ich denke auch das dieser Job perfekt für meine Krankheit ist, ich habe geregelte Arbeitszeiten, keinen Druck und der weg ist auch nicht mehr so weit bis zur Arbeit.
Ich bin jetzt schon ziemlich aufgeregt, aber ich denke das ist vollkommen normal.
Am Samstag hatte ich Besuch von meinen beiden Nichten, beides Grundschüler, da habe ich schon mal abgecheckt was die Jugend von heute so „cool“ findet 😀
Ich werde im Laufe der Woche berichten wie es war 😉
Ansonsten wünsche ich euch einen guten Start in die neue Woche und lasst euch nicht ärgern! ❤

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Läuft bei mir..

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19.10.2017

Liebes Tagebuch,

Ich hatte heute mein erstes Vorstellungsgespräch seit einer halben Ewigkeit, es war mein erstes Vorstellungsgespräch nach der Diagnose *CU.

Ich war echt froh das mein Bauch trotz Nervosität und einer schlaflosen Nacht so gut mitgemacht hat. Mein Bauch findet es nämlich immer sehr amüsant, wenn er mich vor solchen Terminen ärgern kann (Witzbold). ☹

Aber ich war heute alles andere als in Form, die Aufregung und die schlaflose Nacht haben mich echt aus der Bahn geworfen.

Ich musste mich so zusammenreißen, dass ich nicht einschlafe, schon in der Bahn sind mir die Augen immer wieder zu gefallen.

Das Gespräch an sich lief gut, allerdings hatte ich kurz vorher und natürlich jetzt auch noch das Gefühl, dass es nichts wird. – Ich weiß auch nicht, es war… nein es ist nicht mein Tag.

Ich hoffe einfach das ich trotz mangelnder Aufmerksamkeit und Unlust am reden überzeugen konnte.

Wie gesagt es finG mit der miesen Nacht an, kaum bis gar nicht geschlafen, jede Stunde musste ich zur Toilette (Merke: Kein Tee mehr für dich vorm schlafen gehen!) immer wenn ich kurz vorm Einschlafen war hat sich meine Blase gemeldet, getreu nach dem Motto: „Halo I bims 1 volle Blase!“.

Um 4 Uhr war dann die Nacht vorbei, nach dem man am Vortag erst gegen 23 Uhr ins Bett gegangen ist. Ich lasse mir seit dem ich die CU habe extra viel Zeit morgens, wieso, weshalb, warum habe ich schon in einem anderen Beitrag näher erklärt. 😊

Weiter ging es dann damit, dass meine S-Bahn die ich eigentlich nehmen wollte ausgefallen ist, also musste ich eine Bahn später nehmen und hatte dadurch etwas Zeitdruck, weil ich auch erstmal von der S-Bahn-Station zum Ort finden musste an dem das Gespräch stattfand.

Kleine Anmerkung zu mir-> *Ich hasse es zu spät zu kommen, ich hasse es wie die Pest! *

Ende vom Lied ist, dass ich es trotz Müdigkeit und Zeitdruck rechtzeitig zum Termin geschafft habe.

Morgen bekomme ich dann gesagt ob ich eine runde weiter bin, ich hoffe so sehr das es klappt, diese arbeitslosigkeit zieht einen extrem runter.

Jetzt heißt es Tee .. ehm nein Wasser trinken und abwarten 😀

Jedenfalls verlasse ich heute mein Bett nicht mehr 😊

Ich wünsch euch aber eine schöne Restwoche und ich halte euch auf dem laufenden 😊

*CU = Colitis ulcerosa

Meine Colitis Ulcerosa <3

Februar 2017. Koloskopie Nr.1. Diagnose: Colitis Ulcerosa.
  • In den distalen 40 cm teils hämorrhagisch, teils erosive Schleimhautläsionen, Bild wie mäßig aktive CU.
Oberhalb bis einschließlich term Ileum regelrechter Befund, nur weiteres kleines entzündliches alteriertes Areal bei 60 cm.
Medikation
  • Pentasa Granulat 2×2 oral
Pentasa half sofort gegen den Durchfall.
Die schleimigen Blutungen und die schmerzen waren immer noch vorhanden.
Weitere Medikationen waren:
  • Rektalschaum mit Cortison
  • Rektalschaum mit Mesalazin
  • Cortison 40mg
Rektalschaum ist übrigens die Ausgeburt des Teufels!
Fünf Monate vergingen und die Behandlungen schlugen nicht an.
 
Juli 2017. Koloskopie Nr.2. Diagnose vielleicht Colitis Ulcerosa kann aber auch was anderes sein.
  • Term Ileum frei, ebenso recht seitiges Kolon bis 30 cm.
Dann in den distalen 30 cm deutlich entzündlich veränderte Schleimhaut mit kleinen ulcerationen, fibrinbelegt. Bild wie mittelgradig aktive links Seitenkolitis.
Empfehlung: Therapieintensivierung erforderlich. (Herzlichen Glückwunsch zu dieser Erkenntnis Herr Doktor.)
 
August 2017
  • Therapie beginn mit Inflectra/ Infliximab (Infusionen)
 
Was ist Inflectra/Infliximab?
Infliximab ist ein chimärer monoklonaler Antikörper. Infliximab ist gegen den Tumor-Nekrose-Faktor α (TNFα) gerichtet und wird daher auch als TNF-Blocker bezeichnet.
TNFα ist bei Erkrankungen des rheumatoiden Formenkreises von zentraler Bedeutung, er beeinflusst eine Vielzahl von Signalsystemen des Immunsystems.
Infliximab wird bei schweren Verläufen eingesetzt und/oder wenn konventionelle Therapien (z. B. NSAR, Glukokortikoide, Methotrexat) bei Patienten nicht ausreichend wirksam waren. Infliximab ist ein Immunsuppressivum und wird zumeist (außer bei Morbus Bechterew) zusammen mit Methotrexat verabreicht. Es wird normalerweise mit 5 mg je kg Körpergewicht dosiert und in Kochsalzlösung aufgelöst intravenös verabreicht.
Der Antikörper wird als intravenöse Infusion über zwei Stunden oder länger verabreicht. Nach Erstinfusion müssen die Folgeinfusionen darauffolgend nach 2 Wochen und 6 Wochen, später in der Regel – je nach Wirkung – regelmäßig nach 8 Wochen wiederholt werden. Bei sorgfältig ausgewählten Patienten, die mindestens 3 initiale 2-stündige Remicade-Infusionen (Induktionsphase) vertragen haben und eine Erhaltungstherapie bekommen, kann eine Verabreichung nachfolgender Infusionen über einen Zeitraum von nicht weniger als 1 Stunde erwogen werden.
Infliximab verteilt sich sofort im Gefäßsystem (Systemic Immediate Release = SIR), wo es noch bis zu 8 Wochen später nachweisbar ist. Dort blockiert er die TNFα-gesteuerte Freisetzung von entzündungsauslösenden Botenstoffen (Zytokine) und führt somit in vielen Fällen nach zwei Wochen zu einer deutlichen Reduktion der Entzündungen. Da der Antikörper ein chimäres Produkt aus menschlichem und tierischem Protein (Mensch/Maus) ist, können Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. Auch infusionsbedingte Reaktionen wie Fieber, Hautausschlag mit Juckreiz, Schüttelfrost, Atemnot und Brustschmerzen sind möglich. (QUELLE WIKIPEDIA)
Ich bekomme jetzt seit August diese Infusionen und schon seit der ersten Infusion waren die Schmerzen und die schleimigen Blutungen weg.
Zusätzlich zu Inflectra nehme ich noch das Pentasa Granulat 2x täglich und Cortison (5mg) noch bis Anfang November und dann bin ich es endlich los.
Ich bin froh endlich etwas gefunden zu haben was mir auf Anhieb hilft, das gibt einem so viel Lebensfreude wieder.. naja soweit es natürlich geht 😉
Nebenwirkungen habe ich zum Glück auch so gut wie keine, meistens kommen abends nach der Infusion starke Kopfschmerzen, das war’s dann aber auch schon.
Ob das häufige Sodbrennen vom Inflectra oder Cortison kommt weiß ich nicht, vielleicht ist es auch eines der vielen Mitbringsel meiner Colitis.^^
In wenigen Wochen bekomme ich meine vierte Infusion, ich hoffe sie finden meine Vene diesmal schneller ❤
Ich halte euch auf dem laufenden 😉

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